Heinrich Rubenow

2012-03-28 14:00

Heinrich Rubenow (* um 1400; † 31. Dezember 1462 in Greifswald) war Bürgermeister von Greifswald und maßgeblich an der Gründung der Greifswalder Universität (heute Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald) beteiligt.

Heinrich Rubenow entstammte einer alteingesessenen Greifswalder Familie, die seit dem 14. Jahrhundert in der Stadt Greifswald lebte und dort auch entscheidenden Einfluss hatte. Sein Urgroßvater trug den Titel eines Magisters, sein Großvater war ebenfalls Bürgermeister von Greifswald. Heinrich Rubenow war zunächst Schüler der St.-Marien-Schule in Greifswald, besuchte ab 1435 die Universität Rostock und erwarb 1447 den Doktortitel an der Universität Erfurt. 1449 wurde er Bürgermeister in Greifswald.

Rubenow betrieb hartnäckig die Gründung einer pommerschen Universität in Greifswald. Als wohlhabender Bürger stellte er zur Ausstattung der Universität mehrere 1000 Mark zur Verfügung und überließ der künftigen juristischen Fakultät seine Bibliothek.
Die Eröffnung der Universität Greifswald durch Rubenow erfolgte am 17. Oktober 1456 in der Nikolaikirche, die zu diesem Anlass in den Rang eines Doms erhoben wurde. Teilnehmer waren unter anderen Bischof Henning von Iven, der die Stiftungsbulle des Papstes Kalixt III. mitführte und Herzog Wartislaw.
Rubenow wurde zum Vizekanzler, Stellvertreter Herzog Wartislaws im akademischen Konzil und ersten Rektor ernannt.
Er erhielt  die Vollmacht, Universitätslehrer einzusetzen und zu entlassen. Aufgrund zahlreicher Anfeindungen musste er im September 1457 aus Greifswald fliehen; der Stralsunder Sabel Siegfried, mit dem er entfernt verwandt war, bot ihm Unterschlupf in Stralsund an. Nach seiner Rückkehr im Dezember 1457 wurden seine Gegner aus der Stadt vertrieben, einer wurde hingerichtet. Wartislaw X. stattete Rubenow 1459 mit weit gehenden Rechten aus.

Rubenow war ebenfalls an der Errichtung der Stiftskirche St. Nikolai beteiligt, ein Teil der Klerikerpfründe wurde von ihm gestiftet und mit den erforderlichen Gütern ausgestattet.

Vermutlich auf Betreiben seiner Feinde, des Bürgermeisters Lange und des Ratsherren von der Osten, wurde Rubenow in der Silvesternacht 1462 ermordet.

Aus Anlass der 400-Jahr-Feier der Universität schrieb der Greifswalder Historiker Theodor Pyl 1856 das Drama Heinrich Rubenow oder die Stiftung der Hochschule zu Greifswald. Die Bedeutung Rubenows wurde hier erstmals umfassend gewürdigt. Im Rahmen der 550-Jahr-Feier wurde dieses Drama in einer szenischen Lesung vom Theater Vorpommern in Greifswald in einer neuen Fassung wieder aufgeführt.

In der Greifswalder Innenstadt sind eine Straße und der Platz vor der Universität Greifswald nach Heinrich Rubenow benannt. Seit 1877 (1890) erinnert an der Fassade des Hauses Schuhhagen 11 in Greifswald eine Gedenktafel an die Stelle, wo sein Vaterhaus gestanden hat.

In der Kirche St. Marien befindet sich ein Gedenkstein, der an die Ermordung Rubenows erinnert. Eine Tafel, die Rubenow mit sechs weiteren Professoren zeigt, befindet sich in der Kirche St. Nikolai. Ein Schriftband auf dieser Tafel enthält den Text: „erster Rektor der Universität, die Wartislaw IX. unter Leitung Rubenows gegründet hat“.

Das Rubenow-Denkmal in der Hansestadt Greifswald wurde zu Ehren des Bürgermeisters der Stadt und Mitbegründer der Greifswalder Universität (heute Ernst-Moritz-Arndt-Universität) Heinrich Rubenow  am 17. Oktober 1856 in Greifswald feierlich enthüllt.

Das Denkmal besteht aus einer schlanken Fiale und zeigt einen reichen bildlichen Schmuck zur Geschichte der Hochschule. In vier Nischen stehen die vier Monarchen Herzog Wartislaw IX. von Pommern, Herzog Bogislaw XIV. von Pommern, König Friedrich I. von Schweden und König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, denen die Universität zu besonderem Dank verpflichtet ist. Die Modelle schuf der Bildhauer Wilhelm Stürmer.

Unter den Nischen wurden die Wappen von Schweden, Preußen, Pommern und Greifswald angebracht, darunter ein Reliefbild des Greifswalder Bürgermeisters und Universitätsstifters Heinrich Rubenow. Der Bildhauer Bernhard Afinger entwarf die Figuren der Gelehrten, die als Vertreter der vier Fakultäten an den Ecken des Denkmals sitzen: Johannes Bugenhagen für die Theologie, für die Jurisprudenz David Mevius, die Medizin wird von Professor Friedrich August Gottlob Berndt verkörpert und als Philosoph ist der Freiheitsdichter Ernst Moritz Arndt vertreten.

Das Rubenow-Denkmal in Greifswald ist mit einer Gesamthöhe von 40 Fuß (= 12,55 Meter) die größte freistehende Fiale aus galvanisch bronziertem Zinkguss in Deutschland.

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